Ich will Erziehungskünstler*in sein, aber wie ?

Als Waldorflehrer*in schaffen Sie die Bedingungen, um Kindern entdeckendes Lernen und die Verknüpfung unterschiedlicher Wahrnehmungen zu ermöglichen. Deswegen haben Kunst, Sprache, Bewegung, Musik, Religion, Gartenbau und Theater and Waldorfschulen einen hohen Stellenwert, auch in der Gestaltung einzelner Unterrichtsstunden. Als Waldorflehrer*in verzichten Sie auf notenorientiertes Lernen und selektieren nicht nach Leistung: In ausführlichen Textzeugnissen steht die Einschätzung der individuellen Fähigkeiten des Einzelnen im Mittelpunkt.

Ich will sinnvoll arbeiten, aber wo ?

An Waldorfschulen können Sie erziehung aktiv gestalten und Ihr Wissen kreativ einbringen. Entdecken Sie gemeinsam mit den Schüler*innen, wie sich pragmatisches Denken und schöpferische Phantasie wechselseitig verstärken können, wenn der Unterricht an die Erfahrungen und Fragen der Schüler*innen anknüpft und ihnen dabei hilft, eigene Wege in der Auseinandersetzung mit den Unterrichtsthemen zu erschließen.

Ich will eine Pädagogik, die weltweit zuhause ist, gibt’s die ?

Ja, die Waldorfpädagogik, denn in mehr als 80 Ländern arbeiten engagierte Lehrer*innen zusammen in rund 1.100 Waldorfschulen weltweit. Sie können Teil dieser internationalen Schulbewegung werden, die sich pädagogisch und sozial für eine besondere Erziehung und Bildung des Menschen engagiert, unabhängig von den kulturellen, religiösen und sonstigen Gegebenheiten vor Ort. Die der Waldorfpädagogik zugrunde liegende Bildung ist nicht am kurzfristigen Nutzen für eine bestimmte Gesellschaft orientiert, sondern gibt jedem Kind die Möglichkeit, seine individuellen Fähigkeiten zu entwickeln.

ich will mit meinen schüler*innen neue wege finden, aber wie ?

Ein Sprichwort besagt, dass nur der ein gutes Schiff bauen kann, der die Sehnsucht nach dem Meer in sich verspürt. Deshalb gibt es – ähnlich wie in den meisten skandinavischen Ländern – nur einen schmalen Rahmenlehrplan, aber eine große Gestaltungsfreiheit für die einzelnen Lehrer, damit sie an die Bedürfnisse und Fähigkeiten ihrer Schüler*innen anknüpfen können, um mit ihnen gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen. An deren Ende muss natürlich auch das Können stehen, aber es macht einen Unterschied, ob dieses Können aus Interesse an der Sache oder aus Pflicht aufgrund eines vorgegebenen Lehrplans erworben wird.

ich will für jeden meiner schüler*innen da sein, geht das ?

Ja, als Waldorfpädagog*in! Sie arbeiten in einer Atmosphäre frei von Noten- und Versetzungsdruck, haben Zeit für intensive persönliche Begegnungen mit Ihren Schüler*innen und werden dabei von engagierten Eltern unterstützt. Sie begleiten Ihre Schüler*innen über viele Jahre und können so eine vertrauensvolle Beziehung zu ihnen aufbauen, die auch nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen die wichtigste Grundlage für das Lernen darstellt.

ich will ein starkes team, wo finde ich das ?

Wenn Sie in ein Waldorfschulkollegium aufgenommen werden, wissen Sie, dass dieses Kollegium mit Ihnen zusammenarbeiten will, denn sonst wären Sie nicht berufen worden. In regelmäßigen Konferenzen tauschen Sie sich über Ihre Erfahrungen und Fragen aus und arbeiten an grundlegenden pädagogischen Fragen. Dadurch lernen Sie sich besser kennen, als nur über die Organisation des Tagesgeschäftes im Rahmen der täglich anfallenden Aufgaben, und werden als Team krisenfest. Viele Schulfeiern, Präsentationen, Theaterspiele und andere klassenübergreifende Veranstaltungen sorgen bei Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen für eine starke Gemeinschaft.

ich will engagierte Eltern, gibt’s die ?

Ja, an Waldorfschulen arbeiten engagierte Eltern und hochmotivierte Lehrer*innen partnerschaftlich zusammen. Durch vielfältige Aktivitäten im Schulleben, gemeinsame Arbeitskreise und bei Elternbesuchen gibt es zahlreiche Begegnungen, die das wechselseitige Vertrauen wachsen lassen. Da Eltern an den Waldorfschulen als Mitglieder im gemeinnützigen  Schulverein die Schulträger sind, findet jede einzelne Schulgemeinschaft die für sie passende Form der Partnerschaft von Eltern und Lehrer*innen – eine Partnerschaft, die sich immer wieder wandelt und erneuert. Das ist manchmal anstrengend für alle Beteiligten, aber es setzt auch viele Kräfte frei und das kommt wiederum den Schüler*innen zu gute.

Welche voraussetzungen muss ich mitbringen ?

Durch das breite pädagogische Angebot finden Menschen mit den unterschiedlichsten beruflichen Qualifikationenund Voraussetzungen ein Aufgabenfeld an der Waldorfschule. Auch Quereinsteiger*innen sind herzlich willkommenund können an einer der elf Vollzeit- oder über 40 berufsbegleitenden Seminare und Hochschulen in Deutschland ihrenindividuellen Ausbildungsweg finden. Mehr Informationen für alle, die am Beruf Waldorflehrer*in interessiert sind: https://www.waldorfschule.de/waldorflehrer

Ich will Waldorflehrer*in werden